Das Faktencheck-Format „Augsburg checkt’s“ wird nach seinem erfolgreichen Start in Augsburg in weiteren Städten in Süddeutschland zu sehen sein: Ab 14. September 2026 soll die Initiative auch in Kempten, Konstanz und Würzburg Menschen dabei unterstützen, Fakten von Falschinformationen zu unterscheiden.
Initiiert wurde „Augsburg checkt’s“ im Oktober 2025 von der Günter Holland Journalistenschule, an der Volontärinnen und Volontäre der Mediengruppe Pressedruck ausgebildet werden. Zur Mediengruppe gehören die Augsburger Allgemeine, die Main-Post, der Südkurier und als 50-prozentige Beteiligung die Allgäuer Zeitung.
Im Vorfeld der Kommunalwahl 2025 hatten die Volos mehr als 140 Faktenchecks auf digitalen Kanälen veröffentlicht. Mithilfe von QR-Codes auf Bildschirmen und Plakaten wurden die Faktenchecks direkt in den Alltag der Menschen gebracht – etwa in Bürgerbüros, Schulen oder in den öffentlichen Nahverkehr. Dieses Mal soll das Projekt mindestens ein Jahr laufen. Das Besondere an der Initiative ist der kooperative Ansatz: In Augsburg brachte die Journalistenschule die Augsburger Allgemeine, die Deutsche Presse-Agentur (dpa), die Stadt Augsburg und die Stadtwerke Augsburg zusammen. Gemeinsam verfolgten die Partner ein Ziel: Menschen im Alltag den Zugang zu verlässlichen Informationen zu erleichtern und ihre Kompetenz im Umgang mit Fakten zu stärken. Dieser Ansatz wird ab sofort in den anderen Städten ebenfalls verfolgt. In Konstanz beispielsweise wird das Faktenchecken am Fernbahnhof und an den Bodensee-Fähren in den öffentlichen Raum transportiert, Partner sind dort die Stadtwerke. In Würzburg gibt es eine Kooperation zwischen Main-Post, Stadt Würzburg und der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV).
Die Faktenchecks stammen von der dpa-Faktencheck-Redaktion, sie gilt als eine der besten weltweit. Redaktionsleiterin Teresa Dapp sagt zum Projekt: „Bei der Eindämmung von Desinformation müssen immer wieder neue Wege und Möglichkeiten ausgelotet werden, um die Menschen zu erreichen. Das hat die Initiative eindrucksvoll belegt. Der öffentliche Raum spielt dabei eine wichtige Rolle. Deshalb unterstützen die dpa und das dpa-Faktencheckteam auch weiterhin.“
Das Projekt wird auch international wahrgenommen. „Augsburg checkt’s“ wurde im Frühjahr 2026 mit dem Digital Media Award des Weltverbands der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) ausgezeichnet. In der Kategorie „Beste Maßnahme gegen Desinformation“ setzte sich das Projekt als regionaler Gewinner in Europa durch und zählt damit zu den weltweit beachteten Faktencheck-Initiativen. Die WAN-IFRA-Jury würdigte insbesondere den innovativen Ansatz und das Potenzial des Formats, Vertrauen in verlässliche Informationen langfristig zu stärken.
Mit der Ausweitung auf Kempten, Konstanz und Würzburg soll die Idee nun an weiteren Standorten umgesetzt und jeweils lokal verankert werden. „Eine lebendige Demokratie lebt von Bürgerinnen und Bürgern, die wissen, wie sie sich informieren. In diesem Zusammenhang sollte Medienkompetenz eigentlich ein eigenes Schulfach sein. Das hat uns die erste Runde des Faktenchecks bei der Augsburger Allgemeine gezeigt. Umso mehr freue ich mich, dass wir den Faktencheck jetzt innerhalb unserer gesamten Mediengruppe ausrollen können“, sagt Peter Müller, Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen.
Für Verlage und Zeitungen, die Interesse an dem Projekt für ihre Stadt haben, gibt es eine gute Nachricht: Grafik und Infomaterial (Logos, Plakate, Flyer, Anzeigen) stehen kostenlos als grafische Vorlage zur Verfügung und können über die Kontaktseite auf der Homepage der Günter-Holland-Journalistenschule (www.ghjs.de) angefragt werden.